Imagefilm Kosten 2026: 2.500 bis 25.000 € erklärt

Was kostet ein Imagefilm 2026? Preistabelle nach Länge von 60 Sekunden bis 5 Minuten, die Faktoren dahinter, Lizenzkosten und ein Praxisbeispiel - Spannen statt Tagessätze.

Profi-Drehset mit Kameramann und Tripod - Imagefilm Kosten 2026

Kurzantwort: Ein Imagefilm in Deutschland kostet zwischen 2.500 und 25.000 Euro - alles unter 60 Sekunden ist ein Spot, kein Imagefilm. Standard-Produktionen für mittelständische Unternehmen liegen meist zwischen 3.500 und 8.500 Euro. Die größten Preistreiber sind Drehtage, Anzahl der Locations und Postproduktions-Tiefe. Ein 90-Sekunden-Imagefilm mit einem Drehtag liegt meist zwischen 3.500 und 5.500 Euro.

Die ehrlichste Frage, die wir am Telefon kriegen: „Lohnt sich das überhaupt noch - oder soll ich lieber 30 Reels machen?“ Wir produzieren beides, und in diesem Artikel sagen wir dir ehrlich, wann was Sinn ergibt.


Was ein Imagefilm 2026 wirklich kostet - kurz & ehrlich

Zuerst die Zahlen, damit du weißt, ob dein Budget überhaupt in die Nähe kommt. Die folgenden Spannen sind Orientierungswerte für den deutschen Markt - keine Markterhebung und kein Preisverzeichnis.

Ein 90-Sekunden-Unternehmensfilm mit einem Drehtag, einer bis zwei Locations und Standard-Postproduktion landet typischerweise zwischen 3.500 und 5.500 Euro. Mit Schauspielern, aufwendigerer Postproduktion oder mehreren Standorten steigst du in die 6.000 bis 8.500 Euro-Klasse auf. Die vollständige Staffel nach Länge steht im nächsten Abschnitt.

Warum bei vielen Anbietern an dieser Stelle nur „auf Anfrage“ steht: Ein interner Tagessatz verrät dir nicht, wie viele Drehtage dein Film braucht und mit welcher Crew gedreht wird. Deshalb nennen wir End-Preise nach Format. Die ausführliche Begründung - und was du stattdessen im Angebot abfragen solltest - steht in unserer Übersicht zu Videoproduktions-Kosten.

Ein Punkt noch vorweg, weil er die meisten Missverständnisse auslöst: Diese Zahlen gelten für Einzelproduktionen - ein Film, ein Dreh, eine Rechnung. Laufende Kurzvideos rechnen sich anders. Sie laufen als Abo mit rund 15 Videos im Monat: ab rund 2.000 Euro monatlich, wenn du selbst drehst, bis rund 3.000 Euro, wenn wir für die Drehtage zu dir kommen. Wer regelmäßig Social-Content braucht, landet dort - nicht bei einem vierstelligen Einzelpreis pro Video.


Preise nach Video-Länge: Was du für dein Budget bekommst

Die Länge deines Imagefilms ist der stärkste Einzeltreiber für den Preis. Nicht weil die Minute mehr kostet, sondern weil längere Formate mehr Drehtage, komplexere Struktur und mehr Postproduktionszeit bedeuten.

FormatEnd-Preis-RangeTypischer Use CaseWas du dafür bekommst
60s Kurz-Imagefilm2.500 - 6.000 €LinkedIn-Brand, Website-HeaderEin Drehtag an einer Location, zwei bis drei kurze Statements, B-Roll aus dem Betrieb, Schnitt mit Farbkorrektur und Sounddesign.
90s Standard-Imagefilm3.500 - 8.500 €Klassischer UnternehmensfilmEin bis zwei Drehtage, bis zu drei Locations, Interviews mit mehreren Protagonisten plus B-Roll, Vertonung inklusive - der „Wer sind wir“-Film für Website und Messe.
3min Premium-Imagefilm6.000 - 15.000 €Recruiting-Film, Messe-LoopZwei bis drei Drehtage, mehrere Standorte, Schauspieler oder Kunden-Statements, cinematische Postproduktion mit Grading und Motion Graphics für Zahlen und Titel.
5min+ High-End12.000+ €Doku-Stil, Multi-StandortMehrere Drehtage an verschiedenen Standorten, dokumentarischer Erzählbogen mit eigener Drehbuchentwicklung, umfangreiches Color-Grading und Soundmix.

Alles unter 60 Sekunden ist streng genommen kein Imagefilm mehr, sondern ein Spot: gut für Reels, Pre-Roll und Teaser, zu kurz für „Wer sind wir und warum“. Was so ein Spot kostet, rechnen wir in Was kostet ein 30-Sekunden-Video separat durch.

Zwei Faustregeln dazu:

Erstens: Pro fertiger Minute ist der kurze Film der teurere. Ein 30-Sekunden-Spot für 3.000 Euro entspricht rechnerisch 6.000 Euro pro Minute, ein 3-Minuten-Film für 8.000 Euro nur 2.666 Euro. Briefing, Konzept, Anfahrt und Aufbau fallen nämlich an, bevor die erste Sekunde im Kasten ist - unabhängig von der finalen Länge.

Zweitens: Dass die Spanne je Zeile so weit ist, liegt nicht an Willkür. Zwischen dem unteren und dem oberen Ende derselben Formatzeile stehen ein paar wenige Stellschrauben. Die allgemeinen fassen wir gleich kompakt zusammen, die imagefilm-typischen ausführlich.


Die zwei Faktoren, die beim Imagefilm den Ausschlag geben

Fünf Preistreiber gelten für jede Videoproduktion, vom Social-Spot bis zur Doku:

  • Drehtage - der stärkste Einzeltreiber, weil ein zusätzlicher Tag die ganze Crew betrifft
  • Anzahl der Locations - jeder Standortwechsel kostet Anfahrt, Auf- und Abbau, Fahrtzeit
  • Besetzung - eigene Leute vor der Kamera kosten keine Gage, gebuchte Darsteller schon
  • Postproduktions-Tiefe - Standard-Schnitt oder cinematisches Grading mit Motion Graphics
  • Lizenzen - Musik, Material und Rechte an Personen, gestaffelt nach Kanal, Gebiet, Laufzeit

Was hinter diesen fünf Punkten steckt, inklusive Tarif- und Rechtsgrundlagen, haben wir in der Kostenübersicht für alle Videoformate einzeln aufgeschlüsselt. Beim Imagefilm kommen zwei Faktoren dazu, die dort fehlen, weil sie nur für erzählende Unternehmensfilme gelten.

1. Konzept-Tiefe: bewährtes Gerüst oder eigene Erzählstruktur?

Ein Imagefilm auf einem bewährten Gerüst („Statement - B-Roll - Statement - CTA“) braucht deutlich weniger Konzeptzeit als ein Film mit eigenem narrativen Bogen: Figur, Konflikt, Auflösung. Die eigene Story kostet doppelt - in der Konzeptphase und in der Abstimmung, weil es kein Referenzmuster gibt, auf das alle zeigen können. Sie lohnt sich, wenn der Film erinnert werden soll; für den Film, der erklärt, wer ihr seid, reicht das Gerüst.

2. Drehbuch-Reifegrad: Was bringst du selbst mit?

Ob ein richtiges Storyboard zum Drehstart vorliegt oder erst erarbeitet werden muss, verschiebt den Preis spürbar. Wer mit Kernbotschaft, Wunsch-Protagonisten und grober Szenenfolge ins Erstgespräch kommt, spart die halbe Konzeptphase. Wer „was Professionelles“ bestellt, bezahlt die Findungsphase mit.


Wo der Film läuft - und was das an Lizenzen kostet

Beim Imagefilm ist die Lizenzfrage keine Randnotiz. Website-Header, Messe-Loop und Kino-Fassung sind rechtlich drei verschiedene Nutzungen, auch wenn dasselbe Material darunterliegt. Nutzungsrechte können räumlich, zeitlich und inhaltlich beschränkt eingeräumt werden (§ 31 UrhG, Bundesamt für Justiz, 21.08.2026); sind die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, bestimmt sich der Umfang nach dem Vertragszweck (§ 31 Abs. 5 UrhG, Bundesamt für Justiz, 21.08.2026). Übersetzt: Was nicht im Angebot steht, ist im Zweifel nicht mitgekauft.

Konkret für die drei Ausspielwege, die bei Unternehmensfilmen typisch sind:

Website und Social. Eine Lizenz aus einem Stock-Abo deckt das meist ab - bei Epidemic Sound setzt die Nutzung in Werbekampagnen allerdings einen Pro- oder Enterprise-Plan voraus (Epidemic Sound, Pricing & Licensing, 21.08.2026).

Messe. Für die Wiedergabe am Stand berechnet die GEMA eigene Tagessätze, etwa 74,80 Euro je angefangene 100 Quadratmeter Standfläche bei Großprojektion oder Videowand (GEMA, Tarif WR-MES, 01.01.2026).

Kino. Hier greift ein eigener GEMA-Tarif, der Musik in Filmvorführungen einschließlich Werbefilmen mit 1,25 Prozent des Netto-Kartenumsatzes vergütet (GEMA, Tarif T-F Kinobetriebe, 01.01.2023). Für TV, Kino, Streaming und Live-Events verweist auch Epidemic Sound auf gesonderte Verträge (Epidemic Sound, Business music licensing, 21.08.2026).

Dasselbe Prinzip gilt für Schauspieler- und Sprecherhonorare, gestaffelt nach Laufzeit und Gebiet. Drei Fragen gehören deshalb ins Erstgespräch statt in die Schlussrechnung: Auf welchen Kanälen läuft der Film, wie lange, und wer bekommt das Rohmaterial?


Konzept und Drehbuch: Was in dieser Phase passiert

Bevor eine Kamera aufgebaut wird, steht das Konzept. Ein typisches Konzept für einen 90-Sekunden-Imagefilm umfasst: Kernbotschaft und Erzählstruktur, grobe Szenenaufteilung (Storyboard oder Shotlist), Besetzung (eigene Mitarbeiter oder Schauspieler), Locations und Genehmigungen sowie Anforderungen an Musik und Ton.

Zeitaufwand für Standard-Konzepte: ein bis zwei Wochen. Produktionen mit eigener Drehbuchentwicklung oder mehreren Abstimmungsrunden brauchen zwei bis drei Wochen.

Was in dieser Phase schiefläuft: vage Zieldefinitionen („wir wollen was Professionelles“), fehlende Freigaben für Locations oder Mitarbeiter und Konzepte, die sich nach dem ersten Briefing drei Mal drehen. Jede Änderung nach Konzeptfreigabe kostet - Zeit oder Geld, meist beides.


Produktion und Dreharbeiten: Was an einem Imagefilm-Drehtag passiert

Ein Drehtag beginnt nicht um 9 Uhr und endet nicht um 17 Uhr. Realistische Kalkulation: acht bis zehn Stunden Nettoproduktionszeit plus Auf- und Abbau. Der Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende rechnet jeden angefangenen Arbeitstag mit mindestens acht Stunden ab und begrenzt die tägliche Höchstarbeitszeit am Drehort auf zwölf Stunden (TV FFS, Produktionsallianz / ver.di FilmUnion / BFFS, 12.10.2024).

Was in dieser Zeit passiert: Aufbau von Licht, Ton und Kamera, Probe mit den Sprechern oder Schauspielern, Takes für alle geplanten Szenen, B-Roll für den Schnitt und technische Abnahme vor Ort.

Die häufigste Ursache für Kostensteigerungen: zu wenig Vorbereitung. Mitarbeiter, die spontan absagen. Locations, die sich als ungeeignet herausstellen. Auftraggeber, die am Set neue Ideen haben. Was im Briefing unklar ist, kostet auf dem Dreh das Dreifache.

Du willst eine Schätzung für dein Vorhaben statt einer allgemeinen Range? Schick uns dein Konzept in zwei Sätzen. Wir melden uns binnen 24 Stunden, kein Sales-Pitch.

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Postproduktion: Was nach dem Dreh noch kommt

Der Schnitt ist der unterschätzte Teil einer Produktion. Nach einem Drehtag mit mehreren Stunden Rohmaterial braucht ein erfahrener Editor zwei bis vier Tage für einen 90-Sekunden-Film - schneiden, farbkorrigieren, vertonen.

Konkrete Zeitrahmen nach Format:

  • Social-Cutdown aus vorhandenem Material: ein bis zwei Tage Post
  • 60-90s Standard-Imagefilm: zwei bis vier Tage Post
  • 3min Premium-Imagefilm: fünf bis acht Tage Post
  • 5min+ Doku: zehn Tage und mehr

Basic-Postproduktion enthält Schnitt, Farbkorrektur, Musikunterlegung, Sounddesign und Export für gängige Formate. Cinematic-Postproduktion kann zusätzlich aufwendiges Color-Grading mit eigener LUT, Motion-Graphics, Voice-Over und komplexen Soundmix - dazu Export-Versionen für Kino, TV oder LED-Wall.

Wie sich die Postproduktion bei anderen Formaten unterscheidet - von der Animation im Erklärvideo bis zum Aftermovie mit 48-Stunden-Lieferfrist - steht in unserem Kostenüberblick über alle Videoformate.


Ein Praxisbeispiel: Wenn der Imagefilm auch ins Kino soll

Für die Förde Sparkasse haben wir eine Azubikampagne produziert: echte Azubis vor der Kamera statt gecasteter Darsteller, und der Film läuft nicht nur auf Social Media, sondern auch in lokalen Kinos.

Für die Planung eines Imagefilms ist daran eines interessant: Der zweite Kanal verändert nicht nur die Technik, sondern das Konzept. Im Kino sitzen die Leute fest und sehen den Film von der ersten bis zur letzten Sekunde. Im Feed entscheidet die Hook in den ersten Sekunden, ob überhaupt jemand bleibt. Die Erzählung muss also linear funktionieren und gleichzeitig sofort auf den Punkt kommen.

Drei Posten kommen dadurch hinzu: eine zweite Schnittfassung, eine eigene Abnahmerunde für die Kino-Version und eine Lizenz, die den Kino-Kanal von Anfang an abdeckt. Steht das im Konzept, fällt am Drehtag kaum Mehraufwand an. Fällt es erst am fertigen Film auf, zahlst du jeden Posten einzeln nach. Die technischen Anlieferungs-Anforderungen fürs Kino und das Preisband für eine Produktion mit diesem Zuschnitt stehen in der Videoproduktions-Kostenübersicht.


Lohnt sich ein Imagefilm überhaupt? Imagefilm vs. Kurzvideo-Serie

Das ist die Frage, die ich am häufigsten höre - und die einzige ehrliche Antwort lautet: kommt drauf an.

In meinen eigenen Worten:

„Bei meinem eigenen Account @ambastious haben wir genau das ausprobiert: Statt eines 90-Sekunden-Imagefilms haben wir das gleiche Budget über 5 Monate in eine Kurzvideo-Serie gesteckt. Ergebnis: 0 auf 1,4 Millionen Reach. Bei einer unserer Kundinnen, der Förde Sparkasse, sind über 12 Monate auf TikTok 9 Millionen Reach zusammengekommen. So eine Größenordnung schafft kein einzelner Imagefilm. ABER: Wenn du auf einer Messe stehst, einem Investor pitchst oder einen Karriere-Spot im Kino zeigen willst, schlägt der klassische Film die Reels. Hier ist wann welches besser funktioniert.“

Wann ein klassischer Imagefilm die bessere Wahl ist:

  • Du brauchst ein Format für Offline-Kontext: Messe, Event, Kino, TV
  • Du pitchst Investoren oder Unternehmenspartner, die Hochglanz erwarten
  • Du willst einmalig ein definiertes Markenbild setzen, das Jahre gilt
  • Dein Produkt oder deine Dienstleistung braucht eine längere Erklärung, die in Reels nicht funktioniert
  • Du hast kein internes Team, das regelmäßig vor der Kamera steht

Wann eine Kurzvideo-Serie den Imagefilm schlägt:

  • Dein Ziel ist Reichweite und Sichtbarkeit über Zeit, nicht ein einzelner Moment
  • Du baust eine Personal-Brand oder willst als Geschäftsführer sichtbar werden
  • Deine Zielgruppe ist auf TikTok, Instagram Reels oder LinkedIn Video unterwegs
  • Du hast jemanden im Team, der regelmäßig vor die Kamera kann (30 Minuten pro Woche reichen)
  • Du willst mit echten Daten entscheiden, ob Content-Investment sich lohnt - statt einmalig viel auszugeben und zu hoffen

Wichtig für den Budgetvergleich: Die Serie ist keine Reihe kleiner Einzelproduktionen, sondern ein Abo mit rund 15 Videos im Monat - ab rund 2.000 Euro monatlich, wenn du selbst drehst und wir Konzept, datenbasierte Skripte, Schnitt und Planung liefern, bis rund 3.000 Euro, wenn wir für die Drehtage zu dir kommen. Wie sich das neben den Einzelproduktionen einordnet, zeigt die Formattabelle in der Preisübersicht aller Videoformate. Ob du die Serie auslagerst oder ein eigenes Team aufbaust, hängt von deinen Ressourcen ab.


Wie du bei einem Imagefilm sparen kannst (ohne Qualität zu verlieren)

Es gibt fünf konkrete Hebel, die deinen Preis senken, ohne dass der Film schlechter wird.

1. Drehtag sparen, nicht am Konzept sparen

Mit sauberem Drehbuch und abgestimmter Shotlist schaffst du an einem Tag, wofür andere zwei brauchen. Jede Stunde am Set kostet - tariflich kommen ab der 11. Arbeitsstunde 25 Prozent Zuschlag dazu, ab der vollendeten 11. Stunde 50 Prozent (TV FFS, TZ 5.4.3.2, Produktionsallianz / ver.di FilmUnion / BFFS, 12.10.2024). Jede Stunde im Vorab-Briefing spart.

2. Eigene Mitarbeiter statt Schauspieler

Echte Mitarbeiter sind meist überzeugender als gecastete Darsteller - und sie kosten keine Gage. Wenn du drei Leute hast, die selbstbewusst vor der Kamera stehen, spar dir das Casting und steck die Zeit ins Briefing.

3. Eine Location, mehrere Perspektiven

Du brauchst keine drei Locations für drei Bildwelten. Eine gut gewählte mit verschiedenen Einstellungsgrößen, Lichtstimmungen und Blickwinkeln erzeugt mehr Abwechslung als ein Standortwechsel mit Fahrtzeit - und spart im Zweifel den zweiten Drehtag.

4. Standard-Postproduktion für Standard-Kanäle

Cinematic Grading sieht auf dem Kino-Screen gut aus. Im LinkedIn- oder Instagram-Feed macht es keinen messbaren Unterschied zur Standard-Farbkorrektur. Sei ehrlich darüber, wo dein Film läuft.

5. Lizenzen von Anfang an klären

Nachträgliche Lizenz-Erweiterungen - etwa wenn der Film doch ins Kino soll - kosten das Mehrfache der ursprünglichen Lizenz. Kanäle, Laufzeit und Länder gehören deshalb ins Erstgespräch, wie oben beschrieben. Welche Posten sonst gern übersehen werden - Drehgenehmigungen, Untertitel, die technische Kino-Anpassung -, listet unser Kapitel zu versteckten Videoproduktions-Kosten.


Häufige Fehler bei der Imagefilm-Planung

Beim Imagefilm entscheidet sich das Ergebnis in den Wochen vor dem Dreh: im Briefing, im Konzept, in der Freigabe. Diese vier Fehler sehen wir dabei am häufigsten - und keiner hat mit Technik zu tun.

1. Kein klares Ziel, keine definierte Zielgruppe

„Wir brauchen mal was Professionelles“ ist kein Briefing. Ein Film für Bewerber sieht anders aus als einer für Investoren, einer für die Messewand anders als einer für den Website-Header. Ohne Ziel und Zielgruppe entsteht ein Film, der alles ein bisschen macht und nichts richtig. Schreib in einem Satz auf, wer ihn sehen soll und was diese Person danach tun soll - das ist die halbe Konzeptarbeit.

2. Der Film ist zu lang für seinen Einsatzzweck

Viele Unternehmen bestellen drei Minuten, weil sich das nach Substanz anfühlt. Für Website-Header, LinkedIn-Feed oder Pre-Roll ist das die falsche Entscheidung. LinkedIn rät, das Wichtigste in den ersten zehn Sekunden zu zeigen, weil die Aufmerksamkeit danach abfällt, und weist für 7- bis 15-Sekunden-Videos bis zu 300 Prozent höhere Completion Rates aus (LinkedIn Marketing Solutions, 21.08.2026). Die Länge folgt dem Kanal, nicht dem Anspruch - online reichen meist 60 bis 90 Sekunden, oft sogar ein 30-Sekunden-Spot. Drei Minuten und mehr lohnen sich dort, wo Leute ohnehin stehen bleiben: Messestand, Kino, Recruiting-Event.

3. Mitarbeiter ungebrieft vor die Kamera

Eigene Mitarbeiter sind glaubwürdiger als gecastete Schauspieler - aber nur, wenn sie wissen, was auf sie zukommt. Wer erst am Set erfährt, dass er gleich in die Kamera sprechen soll, wird steif, und das Interview dauert ein Vielfaches der geplanten Zeit. Schick die Leitfragen ein paar Tage vorher raus, sag dazu, dass niemand einen Text auswendig lernen muss, und plane Puffer ein. Die Einverständniserklärungen für Bild und Ton holst du im selben Aufwasch ein, schriftlich: Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden (§ 22 KunstUrhG, Bundesamt für Justiz, 21.08.2026), und bei Beschäftigten muss die Einwilligung schriftlich oder elektronisch erfolgen, samt Aufklärung über Zweck und Widerrufsrecht (§ 26 Abs. 2 BDSG, Bundesamt für Justiz, 21.08.2026).

4. Keine Kurzfassungen für Social mitgeplant

Am Ende gibt es genau eine Datei, 16:9, 90 Sekunden. Dabei liegt das Material für mehrere Kurzclips ohnehin auf der Karte - von Anfang an mitbestellt, kosten die Schnittfassungen einen Bruchteil eines eigenen Drehs. Plane sie im Konzept mit: 9:16 für Reels (Meta Ads Guide, 21.08.2026) und TikTok, Untertitel für alle, die ohne Ton schauen (LinkedIn Marketing Solutions, 21.08.2026), und eine eigene Hook in den ersten Sekunden statt des langsamen Intros aus der Langfassung - TikTok empfiehlt ausdrücklich, die Hook in die ersten sechs Sekunden zu legen und vertikal in 9:16 zu drehen (TikTok For Business, 21.08.2026). Wer das nachträglich beauftragt, zahlt eine zweite Postproduktions-Runde.

Ein fünfter Fehler passiert nicht nur beim Imagefilm, deshalb hier nur kurz: Wer erst freigibt, wenn der Rohschnitt liegt, äußert keinen Korrekturwunsch mehr, sondern bestellt einen Nachdreh. Hol die Person, die am Ende freigibt, schon zur Konzeptfreigabe dazu. Wie du Freigabestufen und die Zahl der Korrekturrunden im Angebot festzurrst, steht bei den Fehlern in der Budgetplanung.


Häufige Fragen zu Imagefilm-Kosten

Was kostet ein 3 Minuten Imagefilm?

Ein 3-Minuten-Imagefilm liegt 2026 typischerweise zwischen 6.000 und 15.000 Euro für Standard-Produktionen. Mit mehreren Standorten, professionellen Schauspielern und cinematischer Postproduktion überschreiten diese Produktionen die 15.000-Euro-Grenze. Die großen Treiber in diesem Format sind die Anzahl der Drehtage (meist zwei bis drei) und die Komplexität der Postproduktion.

Wie viel kostet ein Imagevideo pro Minute?

Eine pauschale Pro-Minute-Antwort ist nicht sinnvoll, weil ein 30-Sekunden-Spot pro fertige Minute mehr kostet als ein 5-Minuten-Film. Konzept, Setup und Grundproduktion fallen unabhängig von der Länge an. Die sinnvollere Frage ist: Welches Format brauche ich? Die Antwort liefert die Preistabelle nach Video-Länge weiter oben im Artikel.

Wie hoch sind die Mindestkosten für einen Imagefilm?

Ein 60-Sekunden-Kurz-Imagefilm mit einem Drehtag an einer Location, eigenen Leuten vor der Kamera und Standard-Postproduktion startet realistisch bei 2.500 Euro. Darunter wird es kein Imagefilm mehr, sondern ein Spot - was der kostet, steht in Was kostet ein 30-Sekunden-Video. Alles unter 2.500 Euro lässt bei einem Imagefilm keinen Spielraum für Änderungen.

Lohnt sich ein Imagefilm noch oder ist Social-Video-Content sinnvoller?

Das hängt vom Ziel ab. Für Messe, Investoren-Pitch oder Kino ist der klassische Imagefilm die richtige Wahl. Für Reichweite, Personal-Brand-Aufbau und kontinuierliche Sichtbarkeit ist eine Kurzvideo-Serie oft sinnvoller. Bei dem CEO-Account @ambastious wurde das gleiche Budget wie für einen 90-Sekunden-Imagefilm in eine fünfmonatige Kurzvideo-Serie investiert - Ergebnis: 0 auf 1,4 Millionen Reach in fünf Monaten.

Wie lange dauert die Produktion eines Imagefilms?

Ein Standard-Imagefilm dauert drei bis sechs Wochen von Briefing bis Freigabe: Konzept- und Drehbuchphase ein bis zwei Wochen, Dreh ein bis zwei Tage, Postproduktion zwei bis drei Wochen. Bei komplexeren Produktionen (Multi-Standort, viele Abstimmungsrunden) rechne eher mit acht bis zehn Wochen.


Fazit: So schätzt du deinen Imagefilm selbst ein

Wenn du weißt, für welchen Kanal der Film gedacht ist und wie fertig dein Konzept ist, kannst du deine Preisklasse selbst eingrenzen - vor dem ersten Agenturgespräch. Die Entscheidungen, an denen der Preis wirklich hängt:

  • Kanal zuerst, Länge danach: Website-Header, LinkedIn-Feed und Pre-Roll vertragen 60 bis 90 Sekunden. Drei Minuten und mehr lohnen sich am Messestand, im Kino und beim Recruiting-Event.
  • Ein Drehtag oder zwei: Ein Standort und eine abgestimmte Shotlist halten dich im unteren Bereich deiner Preisklasse. Drei Betriebsstandorte kosten fast immer den zweiten Tag.
  • Konzept mitbringen oder entwickeln lassen: Ein bewährtes Erzählgerüst ist günstiger als eine eigene Story - und für den typischen „Wer sind wir“-Film völlig ausreichend.
  • Ausspielwege vor dem Dreh festlegen: Messe und Kino gehören ins Erstgespräch, nicht in die Schlussrechnung.
  • Einzelfilm oder laufende Serie: Für Messe, Pitch und Kino nimmst du den Film. Für Reichweite über Monate die Kurzvideo-Serie - die läuft als Abo mit rund 15 Videos im Monat, nicht als vierstellige Einzelproduktion.

Du planst gerade konkret? Sag uns, wo der Film laufen soll und was er auslösen soll. Wir melden uns mit einer Einschätzung zu Länge, Format und Preisband - und sagen dir auch, wenn eine Kurzvideo-Serie in deinem Fall die bessere Investition wäre.

Wie wir einen Imagefilm produzieren - von der Konzeption bis zum Schnitt - steht auf der Leistungsseite.

→ Imagefilm-Vorhaben besprechen


Quellen und Stand

Die rechtlichen, tariflichen und plattformseitigen Angaben in diesem Artikel stützen sich auf folgende externe Quellen:

Alle übrigen Angaben - Preisspannen, Zeitrahmen, Aufwandsschätzungen und Projektbeispiele - sind Orientierungswerte zur Einordnung und nicht extern belegt. Ein Preisverzeichnis ist das ausdrücklich nicht.

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