Wie erstellt man ein Storyboard? Ein Storyboard zerlegt dein Video in einzelne Einstellungen und beschreibt für jede: was im Bild zu sehen ist, wie die Kamera steht und sich bewegt, was gesagt wird, was zu hören ist und wie lange die Einstellung dauert. Dafür brauchst du kein Zeichentalent - eine Tabelle mit sieben Spalten und Strichmännchen reicht. Die Vorlage gibt es weiter unten als PDF zum Ausdrucken und als Tabelle zum Kopieren, dazu ein Zeile für Zeile ausgefülltes Beispiel für ein 30-Sekunden-Reel.
Die meisten Storyboard-Anleitungen erklären, was ein Storyboard ist, und schicken dich dann in ein Tool. Das hilft genau so lange, bis du vor dem leeren Raster sitzt und nicht weißt, was in die Spalte „Kameraeinstellung“ gehört.
Hier kommt deshalb zuerst die Vorlage, dann ein ausgefülltes Beispiel, dann die Fachbegriffe, die in einem brauchbaren Board tatsächlich stehen, zum Schluss der Tool-Vergleich mit dem Preisstand August 2026. Wir haben über 200 Kampagnen produziert, überwiegend Kurzvideos im Hochformat für Unternehmen in Norddeutschland. Die Vorlage unten ist die, mit der wir arbeiten.
Was ist ein Storyboard?
Ein Storyboard ist die visuelle Planung eines Videos: eine Abfolge von Einzelbildern, die zeigt, was die Kamera in jeder Einstellung sieht. Dazu kommen Notizen zu Kamerabewegung, Text, Ton und Länge. Es sieht aus wie ein Comicstrip mit Beschriftung - und funktioniert auch so.
Der Zweck ist nicht Kunst, sondern Eindeutigkeit. Auf dieses Dokument einigen sich Kunde, Regie, Kamera und Schnitt, bevor jemand die Kamera auspackt. Eine Änderung kostet hier eine Minute, nach dem Drehtag kostet dieselbe Änderung einen neuen Drehtag.
Wichtig ist die Abgrenzung zu zwei Dokumenten, die oft verwechselt werden:
| Dokument | Beantwortet | Wer nutzt es |
|---|---|---|
| Drehbuch / Skript | Was passiert, was wird gesagt | Konzept, Kunde, Sprecher |
| Storyboard | Wie sieht jede Einstellung aus | Regie, Kamera, Schnitt, Kunde |
| Shotlist | In welcher Reihenfolge wird gedreht | Kamera, Aufnahmeleitung am Set |
Storyboard und Shotlist enthalten dieselben Einstellungen, nur anders sortiert: Das Storyboard folgt der Erzählung, die Shotlist der Drehlogik - alles an einer Location wird hintereinander weggedreht.
Storyboard-Vorlage: PDF zum Ausdrucken und Tabelle zum Kopieren
Storyboard-Vorlage als PDF herunterladen A4 quer, drei Seiten: acht Einstellungen im Hochformat 9:16, acht im Querformat 16:9. Ausdrucken, skizzieren, Sekunden addieren. Kein Formular, keine E-Mail-Adresse.
Für die Tabelle am Rechner: sieben Spalten, eine Zeile pro Einstellung. Kopier sie direkt in ein Google Doc, in Word, Notion oder eine Tabellenkalkulation.
| Einstellung | Bild-Skizze | Kameraeinstellung | Bewegung | Text / Voiceover | Ton | Dauer |
|---|---|---|---|---|---|---|
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Was in jede Spalte gehört:
- Einstellung - fortlaufende Nummer. Am Set wird nach dieser Nummer gerufen, nicht nach der Beschreibung.
- Bild-Skizze - was im Bild ist. Strichmännchen, ein Kasten im richtigen Seitenverhältnis, ein Pfeil für die Blickrichtung. Auch ein Handyfoto der Location tut es. Alles besser als ein leeres Feld.
- Kameraeinstellung - die Einstellungsgröße: Totale, Halbtotale, Amerikanische, Halbnah, Nah, Groß, Detail. Erklärt weiter unten.
- Bewegung - statisch, Schwenk, Fahrt, Push-in, Handheld, Gimbal. Immer mit Richtung: Schwenk nach links ist etwas anderes als nach rechts.
- Text / Voiceover - der gesprochene Satz oder die Einblendung, wörtlich. Nicht „Begrüßung“, sondern der Satz, der fällt.
- Ton - O-Ton, Musikbett, Atmo, Soundeffekt, Stille. Stille ist eine Entscheidung, keine Lücke.
- Dauer - Sekunden, und bei Kurzvideos zusätzlich der Zeitstempel. Die Summe muss am Ende die Ziellänge ergeben.
Die letzte Spalte bleibt am häufigsten leer und tut am meisten weh: Ohne Sekundenwerte merkst du erst im Schnitt, dass der Plan nicht in die Ziellänge passt - und dann fehlt Material.
Ausgefülltes Beispiel: 30-Sekunden-Reel im Hochformat
Ein Storyboard versteht man am schnellsten an einem fertigen. Das folgende ist ein Muster, kein Kundenprojekt: Recruiting-Reel für einen Handwerksbetrieb, 9:16, 30 Sekunden, ein Drehort.
| Einstellung | Bild-Skizze | Kameraeinstellung | Bewegung | Text / Voiceover | Ton | Dauer |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Meister steht im offenen Werkstatttor, Blick direkt in die Kamera, Werkstatt unscharf im Hintergrund | Nah | statisch, Stativ, Augenhöhe | „Den einen Satz höre ich in jedem zweiten Bewerbungsgespräch.“ | O-Ton, kein Musikbett | 0:00-0:03 (3s) |
| 2 | Hände am Werkstück, Funkenflug, Gesicht nicht im Bild | Detail | langsamer Push-in, Gimbal | Einblendung: „Tag 1“ | Werkstatt-Atmo laut, Musik setzt ein | 0:03-0:06 (3s) |
| 3 | Azubi setzt Schutzbrille auf, dreht sich zur Kamera | Halbnah | Schwenk von den Händen nach oben ins Gesicht | „Ich dachte, ich mach hier erstmal nur Kaffee.“ | O-Ton über leisem Bett | 0:06-0:11 (5s) |
| 4 | Meister und Azubi gemeinsam am Werkstück, Meister zeigt auf ein Detail | Halbtotale | seitliche Fahrt auf dem Slider, links nach rechts | „Nach zwei Wochen hatte ich meine erste eigene Baustelle.“ | O-Ton, Atmo im Hintergrund | 0:11-0:17 (6s) |
| 5 | Azubi lacht, Kollege klopft ihm auf die Schulter | Nah | Handheld, leichte Bewegung | kein Text | O-Ton, Lachen, Musik oben | 0:17-0:20 (3s) |
| 6 | Team steht vor dem Firmenwagen, Blick in die Kamera | Halbtotale | statisch, Stativ, leicht untersichtig | „Wir suchen zwei für nächsten August. Meldet euch.“ | O-Ton, Musik zurückgenommen | 0:20-0:26 (6s) |
| 7 | Endcard: Logo, Ortsname, Handlungsaufforderung, mittig im sicheren Bereich | Grafik | statisch | Einblendung: „Bewerbung: ein Anruf reicht.“ | Musik läuft aus | 0:26-0:30 (4s) |
Drei Dinge, die dieses Beispiel bewusst so macht:
Die Hook sitzt in Einstellung 1 und dauert 3 Sekunden. Kein Logo, kein Intro, keine Anfahrt. Sitzt der erste Satz nicht, sind die restlichen 27 Sekunden egal. Wie so ein Einstieg gebaut wird, steht in unserer Hook-Formel für Kurzvideos.
Der Rhythmus wechselt. 3 - 3 - 5 - 6 - 3 - 6 - 4 Sekunden. Sieben gleich lange Einstellungen wirken monoton, egal wie gut das Material ist. Dieser Wechsel ist im Board planbar, im Schnitt nur noch reparierbar.
Einstellung 5 hat keinen Text. Drei stille Sekunden sind bei 30 Sekunden Gesamtlänge viel - und genau deshalb wirken sie. Ein Board, in dem jede Zeile Text hat, ergibt fast immer ein vollgestopftes Video. Was so eine Produktion kostet, steht in unserem Artikel Was kostet ein 30-Sekunden-Video.
Wie macht man ein gutes Storyboard?
Sieben Schritte, in dieser Reihenfolge. Wer bei Schritt vier anfängt, zeichnet schöne Bilder für ein Video, das keiner braucht.
- Ziel und Zielgruppe festschreiben. Ein Satz, kein Absatz: „Handwerker zwischen 16 und 20 aus dem Umkreis sollen anrufen.“ Das ist die Messlatte für jede Einstellung.
- Kernbotschaft auf einen Satz kürzen. Wenn du die Botschaft nicht in einen Satz bekommst, bekommst du sie auch nicht in 30 Sekunden Video. Für die Ideenfindung helfen strukturierte Brainstorming-Methoden mehr als eine Runde freies Assoziieren.
- Skript schreiben, laut lesen, mitstoppen. Gesprochener Text läuft je nach Tempo mit rund 2 bis 3 Wörtern pro Sekunde. Ein 30-Sekunden-Video trägt also grob 60 bis 90 Wörter, mit Pausen deutlich weniger. Verlass dich nicht auf die Rechnung: Stoppuhr an, bevor du das Board baust.
- Text in Einstellungen zerlegen. Neue Zeile immer dann, wenn sich Ort, Bildausschnitt oder Kamerabewegung ändert. Nicht pro Satz, nicht pro Sekunde.
- Einstellungsgröße und Bewegung eintragen. Erst jetzt. Und erst hier wird entschieden, ob eine Einstellung Totale oder Detail ist - nicht am Drehtag.
- Skizzieren. Kästchen im richtigen Seitenverhältnis, Strichmännchen, Pfeil. Fünf Minuten pro Bild reichen.
- Sekunden addieren und gegen die Ziellänge prüfen. Wenn die Summe 38 Sekunden ergibt und das Video 30 haben soll, streichst du jetzt eine Einstellung - nicht im Schnitt.
Wenn dein Video Teil einer laufenden Serie ist und nicht als Einzelstück existiert, gehört dieser Ablauf in den Redaktionsplan statt in ein loses Dokument pro Video.
Die Fachbegriffe, die in einem echten Storyboard stehen
Diesen Teil lassen fast alle Storyboard-Anleitungen aus - und genau er unterscheidet ein Board von einer Ideensammlung.
Einstellungsgrößen
Die Einstellungsgröße beschreibt, wie viel vom Motiv im Bild ist. Die deutschen Begriffe sind Standard am Set und werden von jeder Crew verstanden.
| Einstellungsgröße | Was im Bild ist | Wofür im Kurzvideo |
|---|---|---|
| Panorama / Weit | Landschaft oder Halle, Mensch winzig oder gar nicht | Einstieg, im Hochformat selten sinnvoll |
| Totale | ganze Person plus viel Umgebung | Ort etablieren, Teamaufnahmen |
| Halbtotale | Person von Kopf bis Fuß, wenig Rand | Handlung zeigen, Gruppen |
| Amerikanische | Schnitt knapp oberhalb der Knie | Bewegung und Gesicht gleichzeitig |
| Halbnah | ab Hüfte aufwärts | klassisches Interview im Querformat |
| Nah | ab Brust aufwärts | Talking Head im Hochformat, der Standard für Reels |
| Groß | Kopf füllt das Bild | Emotion, Reaktion, Pointe |
| Detail | Auge, Hand, Werkzeug, Produktausschnitt | Zwischenschnitt, Rhythmuswechsel |
Im Hochformat verschiebt sich das Ganze um eine Stufe nach innen: Was im 16:9-Bild als Halbnah funktioniert, wirkt in 9:16 oft schon zu weit weg. Für Kurzvideos ist Nah die Arbeitspferd-Einstellung, nicht Halbnah.
Kamerabewegungen
- Schwenk - die Kamera dreht sich horizontal um die eigene Achse, der Standort bleibt.
- Neigung (Tilt) - dasselbe vertikal, von oben nach unten oder umgekehrt.
- Fahrt - die Kamera bewegt sich mit, auf Slider, Dolly oder Gimbal.
- Push-in / Pull-out - Fahrt direkt auf das Motiv zu oder von ihm weg. Verstärkt Aussagen, funktioniert auch sehr langsam.
- Zoom - Brennweitenänderung, keine echte Bewegung. Sieht anders aus als eine Fahrt und wird oft verwechselt.
- Handheld - aus der Hand, bewusst unruhig. Erzeugt Nähe und Dringlichkeit, ist im Hochformat besonders wirksam.
- Whip Pan - sehr schneller Schwenk, meist als Übergang zwischen zwei Einstellungen.
Schnittarten
- Harter Schnitt - direkter Wechsel. Der Normalfall, gerade in Kurzvideos.
- Zwischenschnitt (Cutaway) - kurze Detailaufnahme, die einen Sprung im Hauptmaterial überdeckt. Der wichtigste Rettungsanker im Schnitt, deshalb im Board immer mit einplanen.
- Jump Cut - Sprung innerhalb derselben Einstellung. Im Film ein Fehler, in Social Video ein Stilmittel zur Tempoverdichtung.
- Match Cut - zwei Einstellungen mit gleicher Form oder Bewegung werden aneinandergeschnitten.
- J-Cut und L-Cut - Ton läuft dem Bild voraus oder überlappt darüber hinaus. Das unauffälligste Mittel, um Schnitte weich wirken zu lassen.
- Überblendung - weicher Übergang, signalisiert Zeitsprung. Wirkt in Kurzvideos schnell altmodisch.
Dazu eine Regel, die im Board kontrolliert wird und nicht am Set: der Achsensprung. Sprechen zwei Personen miteinander, bleibt die Kamera auf einer Seite der gedachten Linie zwischen ihnen. Springt sie darüber, schauen plötzlich beide in dieselbe Richtung. Im Storyboard sieht man das sofort, im Rohschnitt ist es zu spät.
Storyboard für Kurzvideo und Hochformat
Die meisten Vorlagen im Netz haben 16:9-Kästchen. Für Reels, TikTok und Shorts sind sie unbrauchbar.
Das Kästchen muss 9:16 sein. Reels, TikTok und YouTube Shorts laufen alle auf 1080 x 1920 Pixeln. Wer im Querformat plant und hochkant dreht, entwirft Bildaufteilungen, die es im fertigen Video nicht gibt - zwei Personen nebeneinander passen in 16:9 problemlos und in 9:16 fast nie.
Der sichere Bereich ist kleiner, als du denkst. Oben und unten liegt die Benutzeroberfläche der Plattform über deinem Bild: Profilname, Caption, Sound-Info, die Icon-Leiste am rechten Rand, der Button unten. Meta gibt für Werbeanzeigen in Reels an, dass oben rund 14 Prozent, unten rund 35 Prozent und an jeder Seite rund 6 Prozent der Fläche freibleiben sollten (Meta Business-Hilfebereich). Auf 1080 x 1920 Pixel gerechnet sind das grob 270 Pixel oben und 670 Pixel unten. Für Stories nennt Meta die etwas entspanntere Regel von 250 Pixeln oben und 340 Pixeln unten.
Praktisch heißt das: Alles, was gelesen werden muss - Einblendungen, Untertitel, Logo, Handlungsaufforderung - gehört ins mittlere Drittel. Zeichne den sicheren Bereich als gestrichelte Linie in jedes Kästchen deiner Vorlage. Das ist der Handgriff mit dem größten Effekt. Für TikTok schwanken die kursierenden Pixelangaben je nach Quelle deutlich; verlässlicher ist die offizielle Safe-Zone-Vorlage aus dem TikTok Ads Manager.
Die Hook gehört in die ersten drei Sekunden, und zwar ins Board. Nicht als Notiz „Hook“, sondern als ausformulierter Satz plus Bild. Das ist in der Praxis die Zeile, die am häufigsten überarbeitet wird.
Plane die Länge plattformgerecht. YouTube Shorts erlaubt bis zu 3 Minuten. Nutzen musst du sie nicht - für Unternehmensvideos bleiben 15 bis 60 Sekunden der Bereich, in dem ein Board sauber aufgeht.
Denk den Ton mit, aber verlass dich nicht darauf. Ein Teil der Wiedergaben startet stumm. Was nur gesprochen existiert, ist für dieses Publikum nicht vorhanden - alles Wichtige aus der Ton-Spalte muss deshalb auch im Bild stehen.
Wie kann ich kostenlos ein Storyboard erstellen?
Kostenlos geht - aber die Grenzen der Gratis-Tarife liegen woanders, als die Werbung suggeriert. Der Stand ist August 2026, Preise ändern sich, also prüf im Zweifel die verlinkten Preisseiten.
| Tool | Kosten (Stand August 2026) | Geeignet für | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Stift und Papier | 0 € | erste Skizze, Board direkt beim Kunden am Tisch | nicht teilbar, keine Versionen, Fotos davon werden schnell unlesbar |
| Canva | Free-Tarif reicht für Storyboards; Pro für Einzelpersonen rund 12 € pro Monat bzw. rund 110 € pro Jahr, je nach Region abweichend | Vorlagen, Endcards, schnelle Boards mit echtem 9:16-Rahmen | kein Shot-Management, keine Animatic, ab 20 Einstellungen unübersichtlich |
| Miro | Free: 3 bearbeitbare Boards; Starter 8 US-Dollar pro Person und Monat bei Jahreszahlung, monatlich rund 20 Prozent mehr | Abstimmung im Team, Kommentare direkt am Panel | keine Timing-Logik, Sekunden musst du selbst rechnen |
| Figma / FigJam | Starter kostenlos mit je 3 Figma-Design- und FigJam-Dateien und 30 Tagen Versionsverlauf; Professional 16 US-Dollar pro Vollplatz und Monat | wer ohnehin in Figma arbeitet, pixelgenaue Safe-Area-Rahmen | Lernkurve, kein Storyboard-Tool im engeren Sinn |
| StoryboardThat | Free: 2 Storyboards pro Woche, nur 3 Zellen, Wasserzeichen auf Downloads; Einzeltarif im ersten Monat 1 US-Dollar | wer gar nicht zeichnen kann und Clipart-Figuren will | Look ist als Clipart erkennbar, für Kundenpräsentationen oft zu verspielt |
| Boords | kein Gratis-Tarif, nur Testphase; Solo 39 US-Dollar pro Monat, 26 US-Dollar im Jahresabo | Agenturen, nummerierte Panels, Animatics, Kundenfreigaben mit Kommentaren | Preis, englischsprachig |
| Adobe Firefly Boards | kostenloser Einstieg mit begrenztem monatlichen Credit-Kontingent, darüber hinaus kostenpflichtiges Abo | erste Bildideen, Moodboard-Charakter | KI-Bilder ersetzen kein Timing, Credits sind schnell aufgebraucht |
Die ehrliche Antwort auf die Kostenfrage: Für ein einzelnes Video brauchst du keine Software. Eine Tabelle im Google Doc plus abfotografierte Papierskizzen ist ein vollständiges Storyboard. Bezahltools lohnen sich erst, wenn mehrere Leute gleichzeitig am Board arbeiten, Kunden per Link freigeben sollen oder du eine Animatic brauchst - ein Board, das mit Timing und Ton als Video abläuft. Der Unterschied ist selten die Qualität des Boards, sondern die Abstimmungsgeschwindigkeit.
Aus der Praxis: wie wir bei FUTRIZE storyboarden
Wir produzieren überwiegend im Hochformat, und zwar in Serie statt als Einzelstück. Das verändert, wie ein Storyboard aussieht.
Für einen einzelnen Imagefilm bauen wir ein klassisches Board mit Skizze pro Einstellung. Für einen laufenden Kurzvideo-Stack wäre das Unsinn - bei wöchentlicher Ausspielung zeichnet niemand jedes Panel. Stattdessen arbeiten wir mit Board-Mustern pro Content-Säule: Beim Talking-Head-Format steht das Gerüst aus Hook, Beleg, Wendung und Handlungsaufforderung fest, pro Video wird nur die Textspalte neu gefüllt. In der Skizzenspalte steht dann ein Referenzfoto vom letzten Dreh statt einer Zeichnung.
Der Grund für dieses Vorgehen ist Tempo, nicht Optik: Ein Muster, das einmal steht, kostet pro Video Minuten statt Stunden - und nur so lässt sich eine wöchentliche Ausspielung über Monate durchhalten. In dieser Taktung betreuen wir unter anderem den CEO-Account @ambastious, der in fünf Monaten von 0 auf 1,4 Millionen Reach gewachsen ist, und ein Sparkassen-Projekt auf TikTok mit 9 Millionen Reach in 12 Monaten.
Das Zweite: Die Freigabe gehört auf das Board, nicht auf den Rohschnitt. Wer das Storyboard freigibt, hat den Satz gelesen und die Bildidee gesehen. Wer erst den Rohschnitt sieht, diskutiert über Dinge, die nur ein zweiter Drehtag ändern kann. Welche Posten dabei am Preis hängen, steht in unserer Übersicht zu den Videoproduktion Kosten.
Häufige Fehler beim Storyboard
- 16:9-Vorlage für ein Hochformat-Video. Der häufigste und teuerste Fehler - Bildaufteilungen aus dem Querformat gibt es in 9:16 schlicht nicht.
- Keine Sekundenangaben. Ohne Zeitspalte weiß niemand, ob der Plan in die Ziellänge passt. Das fällt garantiert erst im Schnitt auf.
- Zu viele Panels. Ein Panel pro Sekunde ist kein Storyboard, sondern ein Daumenkino. Neue Zeile nur bei Wechsel von Ort, Ausschnitt oder Bewegung.
- Text als Stichwort statt als Satz. „Vorstellung“ ist keine Anweisung. In die Textspalte gehört wörtlich, was gesagt wird - sonst wird am Set improvisiert und der Ton passt später nicht zum Schnitt.
- Zwischenschnitte vergessen. Wer keine Detailaufnahmen einplant, hat im Schnitt nichts, womit sich ein Versprecher oder ein Sprung überdecken lässt.
- Board ohne Freigabe. Ein Storyboard, das niemand abgenickt hat, schützt dich in der Diskussion nach dem Dreh kein bisschen.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich eine kostenlose Storyboard-Vorlage?
Direkt in diesem Artikel: als PDF zum Ausdrucken mit 9:16-Kästchen und eingezeichnetem sicheren Bereich (zwei Seiten Hochformat, eine Seite 16:9) und als Tabelle mit sieben Spalten zum Kopieren in Google Docs, Word oder Notion. Kein Formular, keine E-Mail-Adresse.
Wie viele Bilder braucht ein Storyboard?
So viele, wie es Einstellungen gibt - nicht mehr. Ein 30-Sekunden-Reel kommt meist mit 6 bis 10 Panels aus, ein 90-Sekunden-Imagefilm mit 15 bis 25. Faustregel: eine neue Zeile immer dann, wenn sich Bildausschnitt, Ort oder Kamerabewegung ändert. Wenn dieselbe Einstellung 8 Sekunden lang steht, ist das eine Zeile, kein Panel pro Sekunde.
Muss ich zeichnen können, um ein Storyboard zu erstellen?
Nein. Ein Storyboard muss nur eindeutig sein, nicht schön. Strichmännchen, ein Rahmen und ein Pfeil für die Bewegungsrichtung reichen völlig. Wer gar nicht zeichnen will, fotografiert die Location vorab mit dem Handy und klebt die Fotos in die Vorlage - das ist für die Crew oft sogar präziser als eine Skizze.
Was ist der Unterschied zwischen Storyboard, Shotlist und Drehbuch?
Das Drehbuch beschreibt, was passiert und was gesagt wird. Das Storyboard zeigt, wie es im Bild aussieht - Einstellungsgröße, Bewegung, Bildaufteilung. Die Shotlist ist die abhakbare Drehreihenfolge derselben Einstellungen, sortiert nach Drehlogik statt nach Erzählreihenfolge. Am Set brauchst du Storyboard und Shotlist, das Drehbuch bleibt meist im Ordner.
Wie lange dauert es, ein Storyboard zu erstellen?
Für ein 30-Sekunden-Kurzvideo mit klarem Konzept reicht eine gute halbe Stunde in der Tabelle. Für einen Imagefilm mit mehreren Locations und Interviewpassagen plane eher einen halben Tag ein, inklusive einer Abstimmungsrunde mit dem Kunden. Der Aufwand steigt nicht mit der Videolänge, sondern mit der Anzahl der Einstellungen und Drehorte.
Braucht ein 30-Sekunden-Reel wirklich ein Storyboard?
Ein gezeichnetes Bild-für-Bild-Board oft nicht. Eine ausgefüllte Storyboard-Tabelle mit Einstellungsgröße, Text und Sekundenwerten dagegen fast immer. Gerade bei Kurzvideos entscheidet die Sekundenverteilung über die Wirkung, und die lässt sich nur planen, wenn sie vorher irgendwo steht. Ohne Board wird die Hook im Schnitt fast immer zu lang.
Welches Seitenverhältnis gehört in die Storyboard-Vorlage?
Das Seitenverhältnis, in dem das Video später ausgespielt wird. Für Reels, TikTok und YouTube Shorts sind das 9:16 bei 1080 x 1920 Pixeln, für Instagram-Feed-Posts 3:4 oder 4:5, für Website und YouTube-Hauptkanal 16:9. Wer im Storyboard 16:9-Kästchen zeichnet und danach hochkant dreht, plant Bildaufteilungen, die es im fertigen Video nicht gibt.
Wer erstellt das Storyboard - Agentur oder Kunde?
In der Regel die Produktion, weil dort das Wissen über Einstellungsgrößen, Drehlogik und Schnittrhythmus liegt. Der Kunde liefert Botschaft, Zielgruppe, Pflichtinhalte und Freigabe. Wichtig ist, dass die Freigabe auf dem Storyboard passiert und nicht erst am Rohschnitt - eine Änderung im Board kostet Minuten, dieselbe Änderung nach dem Dreh kostet einen neuen Drehtag.
Fazit
Ein Storyboard ist kein Kunstwerk, sondern ein Vertrag zwischen allen, die an einem Video arbeiten. Sieben Spalten, eine Zeile pro Einstellung, Sekunden addiert, sicherer Bereich eingezeichnet - mehr braucht es nicht. Druck die PDF-Vorlage aus oder kopier die Tabelle oben und füll sie einmal für dein nächstes Video aus.
Wenn die Planung steht, aber Kamera, Schnitt und Frequenz das Problem sind: Sag uns in einem kurzen Gespräch, was du vorhast, und wir sagen dir ehrlich, welches Format dazu passt.
→ Videoproduktion bei FUTRIZE anfragen
Quellen und Stand
Die Angaben zu Safe Zones, Plattformlängen und Tool-Tarifen stammen aus den folgenden Quellen, jeweils zuletzt am genannten Tag geprüft:
- Meta Business-Hilfebereich: Text-Overlays und Safe Zones für Werbeanzeigen in Stories und Reels, Stand 07.09.2026 - Abruf durch die Seite automatisiert blockiert (HTTP 400), Seite und Titel im Browser bestätigt, Prozentwerte vom 21.08.2026
- YouTube-Hilfe (Google): Get started creating YouTube Shorts, Stand 07.09.2026
- Canva: Preise und Tarife, Stand 07.09.2026 - Abruf durch die Seite automatisiert blockiert (HTTP 403), die Preise in der Tabelle oben sind daher nicht maschinell gegengeprüft
- Miro: Pricing, Stand 07.09.2026
- Figma Learn Help Center: Starter plan overview, Stand 07.09.2026
- Clever Prototypes: Storyboard That Pricing: Find Your Perfect Plan, Stand 07.09.2026
- Presentable Software: Pricing - Boords, Stand 07.09.2026
- Adobe: Adobe Firefly, Stand 07.09.2026 - die Startseite selbst nennt keine Tarif- und Credit-Details
Alles, was hier nicht extern belegt ist - die Vorlage (Tabelle und PDF, Stand 07.09.2026), das Beispielboard, die Arbeitsweise und die genannten Reichweiten -, stammt aus unseren eigenen Projekten.




