Kurzantwort: Handwerksbetriebe haben auf Social Media einen Vorteil, den Büros erst herstellen müssen: Sie können jeden Tag etwas zeigen. 56 Prozent der Betriebe sind laut Bitkom bereits auf Social Media - aber nur 7 Prozent davon auf TikTok und 6 Prozent auf YouTube. Genau dort, wo Kurzvideo die meiste Reichweite bringt, ist das Handwerk fast allein. Der Aufwand: etwa 30 Minuten pro Woche, wenn eine Agentur Konzept, Schnitt und Posting übernimmt. Die Kosten: ab rund 2.000 Euro im Monat, wenn du selbst drehst, bis rund 3.000 Euro mit Drehtagen vor Ort.
Du hast keine Zeit für Social Media. Das ist der Satz, mit dem fast jedes Gespräch mit einem Handwerksbetrieb beginnt - und er stimmt. Wer morgens um sieben auf der Baustelle steht und abends Angebote schreibt, hat keine zwei Stunden am Tag für Instagram übrig.
Dieser Artikel geht deshalb nicht davon aus, dass du Zeit hast. Er zeigt, warum ausgerechnet Handwerks- und Industriebetriebe auf Instagram, TikTok und YouTube funktionieren, welche Formate dort laufen, wie viel Zeit das realistisch kostet, was es kostet, wenn du es abgibst - und welche Fehler Betriebe machen, die es allein versuchen.
Wir sind eine Social-Media-Agentur für den Mittelstand und arbeiten unter anderem für Handwerksbetriebe. Wo eine Zahl aus einer Studie stammt, steht die Quelle daneben. Wo sie aus unseren Projekten stammt, steht das dabei.
1. Warum Handwerksbetriebe auf Social Media im Vorteil sind
Die meisten Ratgeber zu diesem Thema beginnen mit „auch das Handwerk muss digital werden“. Das ist der falsche Einstieg, denn das Handwerk ist längst da: 56 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland haben eine eigene Präsenz in sozialen Netzwerken oder schalten dort Werbung, 2022 waren es noch 40 Prozent (Bitkom, 23.10.2025).
Interessant ist, wo diese Betriebe sind. Von denen, die soziale Netzwerke nutzen, sind 65 Prozent in lokalen Communities aktiv und 57 Prozent auf Facebook. Instagram kommt auf 38 Prozent, LinkedIn auf 35. TikTok nutzen 7 Prozent, YouTube 6 Prozent (ebenda, Basis: 504 befragte Betriebe, Kalenderwochen 23 bis 29 des Jahres 2025).
Das ist die eigentliche Nachricht dieses Artikels: Auf den beiden Plattformen, die organische Reichweite über Kurzvideo verteilen, ist das Handwerk praktisch nicht vertreten. Wer dort als Dachdecker, Elektriker, Tischler oder Metallbauer regelmäßig zeigt, was er tut, konkurriert nicht mit tausend anderen Betrieben, sondern mit fast niemandem aus der eigenen Branche.
Dazu kommt ein zweiter Vorteil, der mit Plattformen nichts zu tun hat. Ein Steuerberater muss sich überlegen, was er filmen könnte. Ein Handwerksbetrieb muss nur die Kamera anschalten: Der Rohbau, der Dachstuhl, die Schweißnaht, das fertige Bad - all das ist Material, das jeden Tag ohnehin entsteht. Menschen sind neugierig auf Prozesse, die sie nicht kennen, und kaum jemand hat je gesehen, wie eine Blitzschutzanlage geprüft oder ein Parkett verlegt wird.
Und der dritte Grund ist der, der die meisten Betriebe überhaupt erst zu uns führt: Personal. Rund 250.000 Stellen sind im Handwerk derzeit offen (ZDH, Stand 02.09.2026), 75 Prozent der Betriebe sehen den Fachkräftemangel als zentrales Problem, und 80 Prozent der ausbildenden Betriebe sprechen Nachwuchs bereits über digitale Kanäle an (Bitkom-Studienbericht „Digitalisierung des Handwerks“, 02.09.2026). Wer 2026 eine Fachkraft sucht, findet sie nicht mehr über eine Stellenanzeige - sie liest keine. Sie scrollt.
2. Baustelle statt Geschäftsführung: was vor der Kamera stehen sollte
Der häufigste Einwand nach „keine Zeit“ ist „ich will nicht vor die Kamera“. Die gute Nachricht: Das musst du auch nicht.
Viele unserer erfolgreichsten Videos zeigen keine Geschäftsführung, sondern das, was der Betrieb tut - die Baustelle, die Werkstatt, den Ablauf, das Produkt. Das ist kein Kompromiss, sondern oft die bessere Wahl, aus drei Gründen:
Der Prozess ist die Hook. Ein Kurzvideo hat drei Sekunden, um den Zuschauer am Weiterwischen zu hindern - wie das im Detail funktioniert, steht in unserem Artikel über Hooks für Kurzvideos. Ein Geschäftsführer, der in die Kamera spricht, muss diese drei Sekunden mit einem Satz gewinnen. Eine Flex, die durch Stahl geht, ein Dachstuhl, der per Kran eingehoben wird, oder ein Boden, der unter der Schleifmaschine seine Farbe wechselt, gewinnen sie mit dem Bild.
Der Betrieb bleibt sichtbar, auch wenn Personen wechseln. Ein Kanal, der an einem Gesicht hängt, hängt an dieser Person. Ein Kanal, der die Arbeit zeigt, funktioniert mit jedem Mitarbeiter, der gerade auf der Baustelle steht.
Bewerber wollen den Alltag sehen, nicht den Chef. Wer sich für eine Ausbildung oder einen Wechsel interessiert, will wissen: Wie sieht der Tag aus, wie wird gearbeitet, wer sind die Kollegen. Das zeigt ein Video von der Baustelle direkter als jede Karriereseite.
Und wenn doch jemand sprechen soll - weil eine Erklärung gebraucht wird oder ein Meister etwas einordnet -, dann geht das ohne freies Sprechen: Handy aufstellen, Skript ablesen, Satz für Satz. Was misslingt, wird herausgeschnitten. Beim ersten Dreh sind wir dabei; danach läuft es von allein.
3. Welche Plattform: Instagram, TikTok oder YouTube?
Die Frage ist im Kurzvideo-Format falsch gestellt, weil die Antwort „alle drei“ lautet - und das ohne Mehraufwand. Ein Hochkantvideo von 20 bis 60 Sekunden läuft unverändert als Instagram Reel, als TikTok und als YouTube Short. Ein Dreh, ein Schnitt, drei Kanäle.
Was die drei unterscheidet, ist die Rolle, die sie für einen Handwerksbetrieb spielen:
| Plattform | Was sie für einen Betrieb bringt | Woran du denken solltest |
|---|---|---|
| Kunden im Umkreis, Bewerber, Geschäftspartner. Das Profil wird zur Visitenkarte, die Google vor die Website stellt. | Der Feed muss den Betrieb auf einen Blick erklären: was, wo, für wen. | |
| TikTok | Die größte organische Reichweite bei der geringsten Konkurrenz aus dem Handwerk. Nutzer sind im Schnitt 32 Jahre alt (Media Perspektiven, 21.08.2026) - also genau das Alter, in dem Fachkräfte wechseln und Häuser gebaut werden. | Reichweite kommt hier bundesweit, nicht aus dem Umkreis. Für Recruiting stark, für lokale Aufträge ein Bonus. |
| YouTube Shorts | Videos bleiben länger auffindbar als auf jeder anderen Plattform, weil YouTube eine Suchmaschine ist. | Der Kanal braucht Zeit, dafür arbeiten die Videos Monate später noch. |
Facebook und LinkedIn tauchen in dieser Tabelle bewusst nicht als Hauptkanal auf. Beide eignen sich als Zweitverwertung: Facebook für die lokale Community und ältere Kundschaft, LinkedIn für Gewerbekunden, Architekten und Bauträger. Das fertige Video landet dort mit zwei Klicks zusätzlich.
Was die Zielgruppe angeht, ist der Einwand „meine Kunden sind nicht auf Social Media“ 2026 nicht mehr haltbar: 63 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nutzen Social Media regelmäßig (ZDF-Presseportal zur ARD/ZDF-Medienstudie 2025, 21.08.2026). Wer ein Bad sanieren lässt oder eine Ausbildung sucht, ist dabei.
4. Sieben Formate, die im Handwerk funktionieren
Diese Formate sind Erfahrungswerte aus unseren Projekten, keine Studienergebnisse. Sie haben eins gemeinsam: Sie brauchen keinen Schauspieler, kein Studio und keinen Text, den jemand auswendig lernen muss.
1. Vorher-Nachher. Das älteste Format des Handwerks und auf Social Media immer noch das verlässlichste. Ein Bild vom Zustand vor dem Auftrag, ein Schnitt, das Ergebnis. Die Hook ist das Vorher-Bild - je schlimmer, desto besser. Beispiel-Hook: „Das Bad war seit 1987 nicht angefasst worden.“
2. Ein Tag auf der Baustelle. Fünf bis acht kurze Clips vom Morgen bis zum Feierabend, ohne Kommentar oder mit ein paar Untertiteln. Das stärkste Recruiting-Format, weil es genau die Frage beantwortet, die Bewerber stellen: Wie sieht der Alltag aus?
3. So erkennst du Pfusch. Ein Meister zeigt an einem Detail, woran man schlechte Arbeit erkennt - die falsche Schraube, die fehlende Dampfsperre, das nicht abgedichtete Fenster. Das Format baut Vertrauen auf, ohne dass jemand „wir sind die Besten“ sagen muss. Beispiel-Hook: „Wenn dein Dachdecker das hier macht, ruf einen anderen an.“
4. Werkzeug und Material erklärt. Warum dieses Werkzeug, warum dieses Material, was der Unterschied zum Baumarkt ist. Kurz, konkret, mit dem Gegenstand in der Hand. Erklärt nebenbei, warum der Betrieb teurer ist als der Nachbar - ohne über Preise zu sprechen.
5. Die Azubi-Perspektive. Ein Auszubildender filmt seinen Tag oder erklärt, was er diese Woche gelernt hat. Kein Format erreicht künftige Azubis besser als einer, der es gerade selbst ist. Vorher klären: Einwilligung, siehe Abschnitt 7.
6. Die Kundenfrage. Die Fragen, die im Angebotsgespräch jedes Mal kommen - was kostet ein Dach, wie lange dauert ein Bad, warum dauert das so lange -, beantwortet in 30 Sekunden. Das spart Zeit im Vertrieb, weil die Antwort schon draußen ist, bevor der Kunde anruft.
7. Zeitraffer und Sound. Ein Boden, der in 20 Sekunden verlegt wird, eine Schweißnaht in Nahaufnahme, der Klang einer Hobelmaschine. Diese Videos erklären nichts und brauchen keine Hook - sie sind angenehm anzusehen, und genau deshalb werden sie geteilt.
Aus diesen Formaten entstehen die Content-Säulen eines Betriebs: drei bis vier wiederkehrende Themen, unter denen sich jedes neue Video einordnen lässt. Ein Dachdeckerbetrieb hat zum Beispiel „Vorher-Nachher“, „Pfusch erkennen“ und „Team und Ausbildung“ - und muss sich nie wieder fragen, was er diese Woche posten soll. Wie ein Redaktionsplan daraus wird, steht in unserem Leitfaden zur Redaktionsplanung.
5. Wie viel Zeit kostet das wirklich?
Die ehrliche Antwort hat zwei Teile, je nachdem, wer die Arbeit macht.
Wenn du alles selbst machst, fallen pro Video an: Idee, Dreh, Schnitt, Untertitel, Cover, Text, Posting, Antworten auf Kommentare. Nach unserer Erfahrung sind das für einen Betrieb, der zwei bis drei Videos pro Woche veröffentlichen will, mehrere Stunden pro Woche - und der Schnitt ist dabei der Teil, der am längsten dauert und am schnellsten liegen bleibt. Das ist der Grund, warum die meisten selbst gestarteten Handwerks-Accounts nach acht Wochen still sind: nicht, weil es nicht funktioniert hätte, sondern weil im März drei Baustellen gleichzeitig liefen.
Wenn eine Agentur Konzept, Schnitt, Untertitel, Cover und Posting übernimmt, bleibt bei dir etwa eine halbe Stunde pro Woche: Teleprompter oder Skript öffnen, ein paar Clips drehen, hochladen. So ist unser Setup gebaut, und so steht es auch in den Fragen und Antworten auf unserer Leistungsseite. Die datenbasierten Skripte dafür schreiben wir - jedes hat ein Vorbild, das in deiner Branche messbar gelaufen ist.
Dazu kommen Content Days: Wir kommen mit Kamera, Licht und Ton in den Betrieb oder auf die Baustelle und drehen an einem Tag Material für mehrere Wochen im Voraus. In diesen Wochen fällt auch die halbe Stunde weg.
Was nie ganz wegfällt, egal wer produziert: die inhaltliche Freigabe, der Zugang zu Baustellen und Mitarbeitern und die fachliche Antwort auf Kommentare - ob eine Dampfbremse an dieser Stelle richtig sitzt, kann kein Cutter beantworten. Wie viel interne Zeit das ist und was sich sonst auslagern lässt, haben wir in Social Media auslagern oder Agentur beauftragen aufgeschlüsselt.
6. Was kostet Social Media für Handwerksbetriebe?
Drei Wege, drei Preisklassen. Die Marktspannen stammen aus unserem Artikel zu Social Media Agentur Preisen, dort steht auch die Herleitung.
| Weg | Kosten im Monat | Was du bekommst | Wo es hakt |
|---|---|---|---|
| Selbst machen | 0 € plus Zeit | Volle Kontrolle, echter Einblick | Der Schnitt bleibt liegen, sobald die Saison anzieht |
| Freelancer | 800-2.500 € | Ein Kanal, klarer Auftrag, oft Schnitt und Posting | Meist ohne Strategie und ohne Dreh vor Ort; fällt einer aus, steht der Kanal |
| Agentur (Markt) | 800-15.000 € | Vom Starter-Paket mit Grafiken bis Full-Service mit Ads | Pakete rechnen in Beiträgen, nicht in Videos - viele Grafiken, wenig Bewegtbild |
Wo wir stehen: Wir verkaufen keine Pakete, sondern ein Abo für laufende Kurzvideo-Produktion - rund 15 Videos im Monat, ab rund 2.000 Euro wenn du selbst drehst, bis rund 3.000 Euro wenn wir für die Drehtage zu dir kommen. Der Preis hängt am Aufwand, nicht an der Betriebsgröße: Ob du 8 oder 80 Mitarbeiter hast, ändert an einem Drehtag wenig.
Ein Rechenweg, der für Handwerksbetriebe zählt: Eine offene Stelle, die sechs Monate nicht besetzt ist, kostet dich Aufträge, die du ablehnen musst. Wenn ein Kanal, der den Betrieb als Arbeitgeber sichtbar macht, diese Zeit um zwei Monate verkürzt, hat er sich bezahlt gemacht - lange bevor der erste Kunde über Instagram anfragt. Diese Rechnung machen wir im Erstgespräch mit deinen Zahlen, nicht mit unseren.
Du willst wissen, ob das für deinen Betrieb passt? 15 Minuten am Telefon reichen. Wir sagen dir auch, wenn ein Freelancer für dich die bessere Wahl ist. → Kostenloses Strategiegespräch buchen
7. Recht in drei Punkten: Mitarbeiter, Kundenbaustellen, Impressum
Das Thema ist kleiner, als es viele Betriebe fürchten, aber drei Dinge müssen vor dem ersten Video stehen.
Mitarbeiter vor der Kamera brauchen eine Einwilligung. Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden (§ 22 KunstUrhG, Stand 02.09.2026). In der Praxis heißt das: eine schriftliche Einwilligung je Mitarbeiter, mit Zweck, Plattformen und Widerrufsrecht - und einer Regel dafür, was mit den Videos passiert, wenn jemand den Betrieb verlässt. Wir bringen die Vorlage mit; unterschreiben muss sie dein Team.
Kundenbaustellen nur mit Zustimmung des Auftraggebers. Ein Privathaus ist erkennbar, auch ohne Hausnummer. Frag den Kunden vor dem Dreh, zeig keine Straßenschilder, Klingelschilder oder Nachbarn - und nimm es in den Auftrag auf, wenn du regelmäßig filmen willst. Die meisten Kunden sagen ja, wenn sie vorher gefragt werden, und fast alle nein, wenn sie es hinterher entdecken.
Das Profil braucht ein Impressum. Die allgemeine Informationspflicht gilt für geschäftsmäßige digitale Dienste (§ 5 DDG, Stand 02.09.2026) - nach gängiger Lesart also auch für das Unternehmensprofil auf Instagram, TikTok oder Facebook. Ein Link auf das Impressum der Website in der Profilbeschreibung genügt.
8. Sieben Fehler, die Handwerksbetriebe auf Social Media machen
Diese Liste kommt aus Erstgesprächen. Fast jeder Betrieb, der schon einmal selbst angefangen hat, erkennt sich in mindestens zwei Punkten wieder.
1. Nur fertige Ergebnisse zeigen. Das Hochglanzfoto vom fertigen Bad ist ein Katalogbild. Was Menschen anschauen, ist der Weg dorthin - der Abriss, das Chaos, der Moment, in dem es zusammenkommt.
2. Nach sechs Wochen aufgeben. Kurzvideo braucht Monate, bis genug Daten da sind, um zu erkennen, welches Format bei deinem Betrieb trägt. Wer nach sechs Wochen stoppt, hat weder Reichweite noch Erkenntnis - nur den Aufwand.
3. Auf Facebook posten und auf Bewerber warten. Facebook ist im Handwerk die meistgenutzte Plattform, aber nicht die, auf der Fachkräfte und Azubis ihre Zeit verbringen. Die Reichweite für Recruiting liegt auf Instagram, TikTok und YouTube - und dort sind, wie oben gezeigt, kaum Betriebe.
4. Den Chef als einziges Gesicht. Ein Kanal, der ausschließlich die Geschäftsführung zeigt, wirkt wie eine Werbung und hängt an einer Person. Ein Kanal, der die Arbeit und das Team zeigt, wirkt wie ein Betrieb.
5. Ohne Skript drehen. „Sag einfach mal was“ vor laufender Kamera produziert unbrauchbares Material und Frust. Drei Sätze auf einem Zettel, abgelesen, sauber geschnitten - das ist der Unterschied zwischen einem Video, das läuft, und einem, das nie hochgeladen wird.
6. Das Konto gehört dem Praktikanten. Wenn das Instagram-Profil auf der privaten E-Mail-Adresse eines Auszubildenden läuft, ist der Kanal weg, wenn er es ist. Konten, Zugänge und ein eventuelles Werbekonto gehören dem Betrieb, nicht der Person, die es eingerichtet hat.
7. Kein Ziel außer „präsent sein“. Ohne eine Zahl - Bewerbungen, Anfragen, Rückrufe - lässt sich nach sechs Monaten nicht sagen, ob es funktioniert hat. Leg vor dem ersten Video fest, welche Kennzahl entscheidet, und wo sie heute steht.
9. Aus unserer Praxis
Zwei Betriebe, für die wir arbeiten, zeigen, wie unterschiedlich die Rollenverteilung aussehen kann. Zahlen nennen wir hier bewusst nicht - Reichweiten einzelner Kunden helfen dir bei deiner Entscheidung nicht weiter, und jeder Betrieb startet an einer anderen Stelle.
THORNAR Blitzschutz ist ein Fachbetrieb für Planung, Installation und Prüfung von Blitzschutzsystemen und Erdungsanlagen - kein Startup, kein Medienunternehmen. Auf Instagram und LinkedIn läuft dort ein Mix aus Grafiken, Reels, Interviews und Einblicken ins Team und den Alltag. Das Ziel ist klar definiert: neue Bewerber ansprechen und THORNAR als modernen, verlässlichen Arbeitgeber zeigen. Eine Nische, in der auf Social Media sonst kaum jemand aktiv ist - genau der Vorteil aus Abschnitt 1.
FRIES Holz- und Boden zeigt die andere Variante: Die Mitarbeitenden filmen teilweise selbst und schicken uns das Material. Wir schneiden, verpacken es und sorgen dafür, dass alles rund wirkt. Wenn vor Ort etwas zu filmen gibt - im Betrieb oder auf Events -, sind wir mit Kamera dabei. Dazu kommt eine Recruiting-Strategie, um neue Talente über Social Media zu erreichen. Das ist das Modell „du drehst, wir machen den Rest“ aus Abschnitt 6 in der Praxis.
Weitere Betriebe aus Handwerk, Montage und Industrie, für die wir produzieren - darunter Montagenio, Kiesel und KFZ-Sachverständiger Nord -, stehen mit ihren Logos auf unserer Startseite. Was sich über alle Branchen hinweg zeigt: Der Unterschied zwischen einem Kanal, der funktioniert, und einem, der nur läuft, liegt nicht an der Kamera. Er liegt daran, ob jemand im Betrieb die Baustelle aufmacht.
10. Häufige Fragen zu Social Media für Handwerker
Lohnt sich Social Media für Handwerksbetriebe?
Ja, vor allem für Kurzvideo. 56 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland sind laut Bitkom auf Social Media präsent, aber nur 7 Prozent davon auf TikTok und 6 Prozent auf YouTube. Auf den Videoplattformen ist das Handwerk also fast allein, während es dort um Kunden und Bewerber konkurriert. Ein Betrieb, der zeigt, was er täglich tut, hat dort einen Vorteil, den ein Büro erst herstellen muss.
Muss der Chef eines Handwerksbetriebs selbst vor die Kamera?
Nein. Viele der erfolgreichsten Handwerksvideos zeigen keine Geschäftsführung, sondern die Baustelle, die Werkstatt, den Ablauf und das Ergebnis. Wenn doch jemand spricht, reicht ein Handy und ein Skript zum Ablesen - kein freies Sprechen, kein Auswendiglernen. Was misslingt, wird herausgeschnitten.
Wie viel Zeit kostet Social Media einen Handwerksbetrieb pro Woche?
Wer alles selbst macht, braucht nach unserer Erfahrung mehrere Stunden pro Woche für Planung, Dreh, Schnitt und Posting. Mit einer Agentur, die Konzept, Schnitt, Untertitel und Veröffentlichung übernimmt, bleiben etwa 30 Minuten pro Woche: Skript aufrufen, ein paar Clips drehen, hochladen. An Content Days, an denen die Agentur vor Ort dreht, fällt auch das weg.
Was kostet Social Media für Handwerksbetriebe?
Selbst machen kostet nur Zeit, aber davon viel. Freelancer liegen bei 800 bis 2.500 Euro im Monat, Agenturpakete am Markt zwischen 800 und 15.000 Euro. Unser eigenes Modell ist ein Abo für laufende Kurzvideo-Produktion: ab rund 2.000 Euro im Monat, wenn der Betrieb selbst dreht, bis rund 3.000 Euro, wenn wir für die Drehtage vor Ort kommen.
Welche Plattform ist für Handwerker die richtige - Instagram, TikTok oder YouTube?
Für Kurzvideo alle drei gleichzeitig, weil dasselbe Hochkantvideo auf Instagram Reels, TikTok und YouTube Shorts läuft. Instagram erreicht Kunden im Umkreis und Bewerber, TikTok und YouTube bringen die größte organische Reichweite bei der geringsten Konkurrenz aus dem Handwerk. Facebook und LinkedIn eignen sich als Zweitverwertung, nicht als Hauptkanal.
Dürfen Mitarbeiter und Kundenbaustellen einfach gefilmt werden?
Mitarbeiter nur mit Einwilligung - nach Paragraf 22 Kunsturhebergesetz dürfen Bildnisse nur mit Zustimmung der abgebildeten Person verbreitet werden. Bei Kundenbaustellen sollte der Auftraggeber vorher zustimmen und nichts erkennbar sein, was das Objekt identifiziert. Zudem braucht das Unternehmensprofil ein Impressum nach Paragraf 5 Digitale-Dienste-Gesetz.
11. Fazit + nächster Schritt
Social Media für Handwerksbetriebe scheitert nicht an der Zielgruppe, nicht an der Kamera und nicht am Chef, der nicht vor die Kamera will. Es scheitert an der Zeit - und daran, dass Betriebe auf den Plattformen posten, auf denen alle sind, statt auf denen, auf denen das Handwerk fast allein ist.
Was du mitnehmen solltest:
- Auf TikTok und YouTube sind nur 7 beziehungsweise 6 Prozent der Social-Media-aktiven Handwerksbetriebe - dort ist die Reichweite, dort fehlt die Konkurrenz
- Die Baustelle ist die Hook; niemand muss vor die Kamera, der nicht will
- Drei bis vier Content-Säulen reichen, damit die Frage „was posten wir?“ nie wieder aufkommt
- Etwa 30 Minuten pro Woche, wenn Konzept, Schnitt und Posting abgegeben sind; an Content Days null
- Einwilligungen, Kundenfreigabe und Impressum vor dem ersten Video klären
- Ein Ziel in einer Zahl festlegen, bevor das erste Video online geht
So arbeiten wir: laufende Kurzvideo-Produktion, rund 15 Videos im Monat, ab rund 2.000 Euro wenn du selbst drehst, bis rund 3.000 Euro wenn wir für die Drehtage zu dir kommen. Was andere Anbieter nehmen und was in deren Paketen steckt, steht in unserem Artikel zu Social Media Agentur Preisen.
Wenn du wissen willst, ob das zu deinem Betrieb passt: 15 Minuten reichen. Wir sagen dir auch, wenn du es mit einem Freelancer günstiger bekommst.
→ Kostenloses 15-Min-Strategiegespräch buchen
Oder schau dir zuerst an, wie unser Setup im Detail aussieht - Prozess, Content Days und was wir anders machen als klassische Agenturen.
Quellen und Stand
Die folgenden externen Quellen stützen die Angaben in diesem Artikel; „Stand“ nennt jeweils den Tag der letzten Prüfung.
- Bitkom e. V.: Über die Hälfte des deutschen Handwerks nutzt Social Media (Presseinformation vom 23.10.2025), Stand 02.09.2026 - Quelle für 56 Prozent Social-Media-Präsenz (2022: 40 Prozent), die Plattformanteile Facebook 57, Instagram 38, LinkedIn 35, TikTok 7 und YouTube 6 Prozent sowie die Erhebung unter 504 Betrieben in den Kalenderwochen 23 bis 29 des Jahres 2025.
- Bitkom e. V. / Bitkom Research: Studienbericht „Digitalisierung des Handwerks“ 2025 (PDF), Stand 02.09.2026 - Quelle für 75 Prozent der Betriebe, die den Fachkräftemangel als zentrales Problem sehen, und 80 Prozent der Ausbildungsbetriebe, die Nachwuchs über digitale Kanäle ansprechen.
- Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH): Fachkräftesicherung im Handwerk, Stand 02.09.2026 - Quelle für rund 250.000 offene Stellen im Handwerk.
- Media Perspektiven (ARD/ZDF-Medienstudie 2025): Social-Media-Plattformen in Deutschland: Nutzungsmuster und Dynamiken, Stand 21.08.2026 - Quelle für das Durchschnittsalter der TikTok-Nutzer von 32 Jahren.
- ZDF-Presseportal (ARD/ZDF-Medienstudie 2025): Öffentlich-rechtliche Streaming-Angebote mit Reichweite vor privaten Streaming-Diensten, Stand 21.08.2026 - Quelle für 63 Prozent regelmäßige Social-Media-Nutzung in Deutschland.
- Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz (gesetze-im-internet.de): § 22 KunstUrhG - Recht am eigenen Bild, Stand 02.09.2026.
- Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz (gesetze-im-internet.de): § 5 DDG - Allgemeine Informationspflichten, Stand 02.09.2026.
Alle übrigen Angaben - die Formate in Abschnitt 4, der Zeitaufwand pro Woche, die Fehlerliste und die Preisspannen für Freelancer und Agenturen - sind Erfahrungswerte aus unseren eigenen Projekten und Angeboten. Die Angaben zu THORNAR Blitzschutz und FRIES Holz- und Boden beschreiben den Umfang unserer Zusammenarbeit, wie er auf den verlinkten Projektseiten steht; Reichweiten oder Ergebnisse dieser Kunden nennen wir nicht.




